SoSA – Social Space Agency: Make a Path

Endlich ein neues Projekt! Frisch erholt von den Strapazen mit der untergehenden Europa (und den daraus in der Schweiz resultierenden politischen Geschehnissen…) haben wir grosses vor. Gemeinsam mit das schaubüro und dem Reality Research Center haben wir eine Organisation gegründet, die die Erforschung des sozialen Raums zum Ziel hat: Die Social Space Agency. Während fast drei Wochen wird die SoSA ihren ersten Halt in Bern machen, nämlich am zeitgenössischen Theaterfestival AUAWIRLEBEN.

Die SoSA bietet Ausbildungen zur Sozionautin / zum Sozionauten an, aber auch modifizierte Stadtführungen und die Live-Erschaffung eines Ferienressorts stehen auf dem Programm. Das Publikum hat die Möglichkeit,  Teil der SoSA zu werden, selbst zu forschen, die gesellschaftlichen Normen und unsichtbaren Konventionen auszuprobieren und neu mitzudefinieren.

Join SoSA – become a Socionaut! Ab dem ersten Mai nehmen wir die Stadt selbst unter die Lupe, und vom 7. bis 18. Mai haben wir ein Hauptquartier in der WiFAG – Fabrik an der Wylerstrasse, wo wir besucht werden können.

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Die geheimnisvolle Tasche

Unser Mitbewohner hat gestern seine Papiertüte voller Lebensmittel an der Busstation stehen lassen, ohne Absicht natürlich. Das hat mich auf eine Idee gebracht.

Je nachdem, in welchem Viertel der Stadt oder in welchem Teil der Welt überhaupt wir uns gerade befinden, wird eine liegen gelassene Tasche anders bewertet, in reichen Teilen eher als Bedrohung (Bombe?), in ärmeren Gegenden eher als Möglichkeit (Ernährung?). Soweit die These. Mir geht es aber nicht so sehr darum, was die Menschen mit einer gefundenen Sporttasche oder einem gefundenen Koffer anstellen, sondern ob sie ihn überhaupt finden wollen. Wer lässt die Tasche links liegen oder geht gar von ihr weg, wer nimmt die Tasche mit? Und wie nimmt man so eine Tasche mit?

Wir wollen versuchen, diesen Prozess anzukurbeln und aus Dokumentationsdistanz zu beobachten. Sobald das Wetter besser ist, natürlich.

Weiter geht’s

Haben wir uns verfahren, verbraten, verraten? Wir wissen es auch nicht so genau. Tobak Lithium hat sich entschieden, radikaler zu werden, einfach zu machen, was wir machen wollen, nicht mehr immer nur zu theoretisieren (das tun ja andere zur Genüge), sondern vor allem drauflos zu produzieren.
Wir haben uns in letzter Zeit auf die Bühne konzentriert und wollen das nicht mehr länger tun. Die Bühne ist uns zu klein, wir wollen uns nicht mehr einengen lassen von Konventionen und vermehrt Aktionen auf der Strasse durchführen. Darin liegt unseres Erachtens die grosse Stärke von Performance: Sie kann überall und jederzeit den Alltag durchbrechen, Wahrnehmungen verschieben und Normen auflösen.

Wir haben uns als ersten Schritt eine Videokamera zugelegt, mit der wir unsere Aktionen dokumentieren und Diskussionen anregen wollen. Wir werden uns in einem zweiten Schritt weitere grundlegende Gegenstände, ein Aktionskit quasi, zulegen. Ein Megafon besitzen wir bereits, wir brauchen Kreide, grosses Papier – was gehört noch dazu?

Mut vor allem.